Montag, 15. April 2013

Eine einzigartige Giraffe

Heute erzähle ich mal, was ich jobmäßig so mache.
 
Seit ca. viereinhalb Jahren arbeite ich an der hiesigen Grundschule als Betreuerin in der sogenannten "Verlässlichen Schule" von 8 - 13 Uhr. Nach dem Unterricht können die Kinder (überwiegend Erst- und Zweitklässler) bei uns spielen, malen, basteln, Hausaufgaben machen und...nähen.
 
Und das kam so: Vor ca. 4 Jahren brachte uns eine Mutter Stoffreste mit, eigentlich zum Basteln. Als die Kinder fragten, was man mit Stoff machen kann, sagte ich: unter anderem nähen. Nächste Frage war dann: Was ist nähen. Ich zeigte es ihnen und seitdem nähen die Kinder von Hand mit wachsender Begeisterung.
 
Wenn sie den normalen Steppstich beherrschen geht´s los, zuerst kleine Kissen nur mit geraden Nähten. Danach kommen dann Kurven. Dann entstehen Herzen und kleine Kuscheltiere.
 
Manche Kinder allerdings lieben die besondere Herausforderung und werden dann selber sehr kreativ.
 
So wollte kürzlich ein Mädchen aus dem 1. Schuljahr unbedingt eine Giraffe nähen. Leider hatten wir kein Schnittmuster und ich schlug ihr vor, wir machen uns selber eins!
 
Die Entstehung dieser Giraffe habe ich sporadisch mit meinem Handy im Bild festgehalten und möchte Euch das hier mal zeigen.
 
1. Schritt: Giraffe zeichen!
 
Ergebnis aus Kinderhand:

 
 
 
 
 
Die Konturen haben wir dann durchgepaust auf Pappe. Dabei habe ich die Beine noch ein bißchen voneinander getrennt., damit es 4 werden.
 
Dann haben wir die Pappe ausgeschnitten und eine Schablone hergestellt, die wir als Schnittmuster verwendet haben.
 
 
 
Fertig genäht sah die Giraffe (nach einigen Tagen Arbeit) dann so aus:
 
 
 
Die Ohren hatte K. als erstes genäht und wir haben sie genau wie den Schwanz in der Naht zwischen gefasst.
 
Fertig ausgestopft und Wendeöffnung zugenäht, sah die Giraffe dann so aus:
 
 
 
Der Schwanz war zu diesem Zeitpunkt schon "beim Frisör" und erheblich gestutzt worden. Damit der Hals nicht umknickt, haben wir beim Übergang zum Körper ein kleines Stöckchen mit rein gestopft.
 
Und die anderen Kinder erkannten inzwischen genau, was hier entsteht.
 
Fertig? Nein! Eine Giraffe hat Flecken. Ganz erschrocken fragte K., ob sie nun etwa noch die ganzen Punkte aufnähen müsste! Wir haben es uns einfach gemacht und einen Textilstift genommen.





Nun fehlten nur noch die Hörner. Dafür haben wir ein Stück Pfeifenputzer durch die Naht am Kopf geschoben.





Und fertig war ein ganz echtes Unikat, von Anfang bis Ende selbst gemacht und ein kleines Mädchen zu Recht ganz mächtig stolz auf sich!
 

So macht Arbeiten Spaß!
 
 
Liebe Grüße
 
Claudia

Kommentare:

  1. Liebe Claudia!
    Da geht mir beim Lesen richtig das Herz auf. Ich finde es schön, wenn Kinder sich für etwas begeistern können, denn viele von ihnen sitzen heutzutage ja lieber vor dem Fernseher. :o( Menschen wie Du zeigen ihnen, dass es viel schönere Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. Das finde ich großartig! Mein Sohn ist ja noch recht jung, aber ich hoffe sehr, dass ich ihn irgendwann mal mit meinem 'Nähfieber' anstecken kann.
    Ganz liebe Grüße!
    Ulrike

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  2. Sehr cooles Projekt. So etwas finde ich super und mache ich selbst auch gerne. Zumindest solange die Gemälde nicht zu abstrakt sind und man dem Frosch mit dem Elefantenrüssel und den Elfenflügeln nicht mehr gerecht werden kann;-)
    Liebe Grüße Jule

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  3. Ich finde es toll, wenn Kinder kreativ sein dürfen und nicht immer nur nach vorgefertigten Vorlagen arbeiten sollen. Die Giraffe sieht toll aus!
    LG Jutta

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