Mittwoch, 25. Januar 2017

Was haben Fitnessstudios und BOMs gemeinsam?

Ganz einfach: beide haben im Januar jede Menge hochmotivierter Teilnehmer!
 
Wenn man aktuell im Netz, vor allem in der Nähszene unterwegs ist, begegnen einem überall BOMs, Quilt-Alongs, Sew-Alongs, Gemeinschaftsnähprojekte. Sowohl in der Bloggerwelt, als auch bei fb.
 
Ich für mein Teil würde gerne überall mitmachen, aber ich kenn mich ja! Im Januar fange ich begeistert an, Februar geht auch noch, aber dann ...
 
Die Tage werden länger, man geht wieder raus. Also wird im März die Anleitung abgespeichert, vielleicht kann ich ja im April beim sprichwörtlichen Aprilwetter zwei Monate abarbeiten ...
 
Im Mai vergisst man, die aktuelle Anleitung abzuspeichern, im Juni fragt man in der fb-Gruppe, ob einer vielleicht dran gedacht hat und spätestens im Juli ist es sowieso egal.
 
Dann schafft man es nicht mehr, alles nachzuholen, die Anleitungen irgendwoher zu bekommen, und überhaupt ...
 
Und außerdem dauert es ja kein halbes Jahr mehr, und dann fängt ein neuer BOM an.
 
Aber dann!
 
Und an dem Punkt bin ich aktuell. Ist ja wieder mal Januar.
 
Diesmal habe ich mir viele der o.g. Aktionen angesehen und schnell gewußt: Nee, das ist nix für'n ganzes Jahr, zumindest nicht für mich.
 
Aber der hier, der hat's mir angetan: Medaillon-Quilt auf dem Bernina-Blog.
 
Warum?
1.Ich wollte immer schon mal einen solchen Quilt nähen.
2. Die einzelnen Arbeitsschritte kann man jederzeit ansehen.
3. Im Juli kommt schon der letzte Schritt.
 
Und als zusätzliche Motivation habe ich mir diesmal sogar extra Stoff dafür gekauft.
 
Hier also der aktuelle Stand der Dinge:
 
Meine Stoffauswahl




 
 
Übrigens: in die Muckibude gehe ich auch, seit Mitte letzten Jahres und nicht erst seit diesem Januar.
 
Liebe Grüße
 
Claudia

Andere BOMs findet Ihr teilweise auch beim creadienstag

Donnerstag, 5. Januar 2017

Sowas kommt von sowas!

Das war mein diesjähriger, falsch, letztjähriger Stand auf dem Weihnachtsmarkt im Viersener Rathausmarkt.



Vor 2 Tagen rief mich eine Reporterin an, der mein Stand gefallen hat. Wir hatten ein sehr nettes Gespräch und daraus entstand der folgende Artikel, der heute veröffentlicht wurde:
 
 
Damit habe ich gar nicht gerechnet, und irgendwie freu ich mich total!
 
Liebe Grüße
 
Claudia
 

Montag, 21. November 2016

Der gute alte Pythagoras

Kürzlich habe ich diesen Stern aus einer Jelly Roll genäht und in meiner Patchworkgruppe bei Facebook gezeigt:




Von den vielen "likes" und freundlichen Kommentaren war ich völlig geplättet.

Und ich bin gefragt worden, wie man diesen Stern näht. Also schreibe ich hier mal die Entstehung dieses Sterns auf:

Eigentlich ist das alles nichts Neues und ich will auch nicht das Rad nochmal erfinden. Aber mit diesen Angaben könnt Ihr den Stern in jeder beliebigen Größe und ohne (!) 60 ° Triangle Lineal nähen.

Zunächst hatte ich dieses Video bei YouTube gesehen. Den Stern fand ich total toll, aber 2 Dinge störten mich, der Wahnsinnsverschnitt und die Verwendung von einem 60 ° Lineal. (Ich arbeite nicht gerne mit Dreiecklinealen.)

Also hab ich weiter im Netz gesucht und bin auf diese Seite gestoßen. Diese Methode gefällt mir und das geht auch mit einem ganz normalen Quiltlineal.

Aaaaber: Die Streifen meiner Jelly Roll hatten eine andere Breite als dort angegeben.

Also musste ich mich wohl oder übel mit dem guten alten Pythagoras auseinander setzen. Aber dazu später mehr.

Also, so hab ich es gemacht:

Zunächst 2 gleich breite Streifen rechts auf rechts zu einem Tunnel aufeinander nähen.



Einen der beiden Streifen kann man auch noch in 2 schmalere Streifen unterteilen, dann entsteht so ein Effekt mit kleinem Stern in der Mitte wie bei dem grauen Beispiel ganz oben.

Von diesem Tunnel schneidet ich nun 3 (!) Stücke ab. Um zu wissen, wie lang diese Stücke sein müssen, kommt an dieser Stelle Pythagoras ins Spiel:

a² + b² = c²




a = Höhe des Dreiecks
b = Breite des zugeschnittenen Streifens (incl. Nahtzugabe!)
c = 2 x b (weil es sich um gleichseitiges Dreieck handelt)

a ist also die Länge der Stücke, die ich vom Tunnel abschneiden muss.

Und wenn man die Formel dann umstellt, ergibt sich:



Die Streifen in diesem Beispiel hier sind 10 cm breit. Nach der obigen Formel sind die Stücke, die ich abschneiden muss, also 17,32 cm lang.

Das ist ein saublödes Maß für ein Patchworklineal, aber machbar:



Diese Stücke schneide ich nun diagonal durch und lege dafür das Lineal mit der 30 ° Linie an der linken Kante an:



 Die 2-3 Stiche an der Spitze lassen sich leicht entfernen:


Ich erhalte so 2 identische 60 ° Dreiecke:



Wenn ich beim Durchschneiden die andere Seite des Tunnels nach oben lege, erhalte ich folgende Dreiecke:





Das habe  ich für dieses Beispiel je 3 x gemacht und habe so jeweils 6 Dreiecke erhalten:


Nach dem Bügeln könnt Ihr nun mit den Dreiecken spielen und verschiedene Sternvarianten ausprobieren:




Wie man hier sehen kann, dreht sich der Stern mal im Uhrzeigersinn und mal entgegen, je nachdem, wie man die Dreiecke schneidet.

Wenn es dann ans Zusammennähen geht, werden erst Streifen gebildet, die dann wieder zusammen genäht werden. Das ist vor allem bei dem grauen Beispiel ganz oben wichtig.





So, ich hoffe, das war einigermaßen verständlich. Die schlechte Bildqualität müsst Ihr entschuldigen. Bei Tageslicht draußen fotografieren ist im Moment (November und so) einfach nicht möglich.

Diese Sterne gehen ratz-fatz und sind bis zum 1. Advent noch zu schaffen. Also ran an die Maschinen und Sterne nähen!

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß beim Nacharbeiten und freu mich über Kommentare mit Euren Erfahrungen.

Liebe Grüße

Claudia











Mittwoch, 24. August 2016

Dankeschön-Quilt

Heute zeige ich Euch einen Quilt, den ich als "Dankeschön" genäht habe.



Die Lieblingstochter hat in den vergangenen 12 Monaten ein freiwilliges soziales Jahr in Norwegen absolviert.

Sie war in einer dorfähnlichen Einrichtung, in der erwachsene Menschen mit Behinderungen mit den Betreuern in  familienähnlichen Gemeinschaften zusammen leben und auch arbeiten.

In der Buch- und Keramikwerkstatt und in der Webstube entstehen sehr schöne Unikate.
Außerdem wird in kleinem Umfang auch Vieh- und Landwirtschaft betrieben.

Die Lieblingstochter hat sich dort sehr wohl gefühlt, obwohl der Alltag manchmal auch ziemlich anstrengend war. Diese Form der Betreuung bedeutet halt einen 24-Std.Tag.

Dass es ihr so gut ging, lag nicht zuletzt an ihrer Hausmutter. Sie war wie eine Ersatzmama für unser Kind und hat sich liebevoll um alle Bewohner ihres Hauses gekümmert. Deswegen wollte ich mich bedanken, so von Mama zu Mama. Aber was macht man, wenn man jemanden gar nicht kennt?

Ich habe mich für einen Quilt entschieden, in der Hoffnung, dass er gefällt. Er ist aus einer Jelly-Roll genäht, die ich von der Nadelwelt in Karlsruhe mitgebracht habe.

Unseren Urlaub haben wir dieses Jahr in Norwegen verbracht und unser Kind natürlich auch besucht. Den Quilt  habe ich vor der Übergabe in Norwegen fotografiert. Auf dem Bild oben liegt er auf Waldbeerensträuchern. Davon gibt es in Norwegen Unmengen.



Er ist in jeder Hinsicht gut angekommen.

Und unsere Lieblingstochter ist inzwischen wieder in ihrem ersten Zuhause; sie hat ja jetzt zwei.

Liebe Grüße

Claudia

Dienstag, 31. Mai 2016

Fußball ???

Ich bin ganz ehrlich, Fußball ist so überhaupt nicht mein Ding. Wenn der Lieblingsgatte an meiner Seite Fußball guckt, kann ich ganz wunderbar handquilten, lesen, stricken usw. usw.
 
Aber in diesen Tagen kann man sich dem Thema ja fast gar nicht mehr entziehen. Also trage ich heute was zum Thema bei . . . und damit muß es dann gut sein.
 
Diese Schlüsselmäppchen finde ich superpraktisch. Ich selber habe auch eins, allerdings mit anderem Muster. Seit mein Autoschlüssel daran hängt, muss ich ihn (fast) gar nicht mehr suchen. Und einen Notgroschen und den Chip für den Einkaufswagen habe ich auch immer dabei.




 
Na, ob "unsere Jungs" wohl tatsächlich den Siegerpokal holen?
 
 
Wieder ganz ehrlich? Ich gönne es ihnen ja ;)
 
Liebe Grüße
 
Claudia
 
 
Und da heute Dienstag ist, verlinke ich bei HoT (HandmadeonTuesday) und creadienstag.

Sonntag, 29. Mai 2016

Wirklich gut abgelagert . . . ein echtes Ufo

Das Hobby Patchwork und Quilten habe ich Anfang der 90-er Jahre für mich entdeckt.
 
Seit damals treffe ich mich auch regelmäßig mit anderen Süchtigen, die ich in Patchworkkursen kennengelernt habe. Gemeinsam haben wir Ende der 90-er einen Mystery Quilt genäht, einen sogenannten 2-Farben-Quilt. Damals wählte ich ein Tannengrün, denn wir hatten neue Terrassenmöbel bekommen mit grünen Polstern. Und dazu wollte ich eine passende Decke haben.
 
Soweit der Plan . . .
 
Zwei Kleinkinder haben mich dann aber ziemlich vom Patchen und Quilten (nicht vom Nähen) abgehalten. Und irgendwann geriet mein fertiges Top in Vergessenheit.
 
Inzwischen fängt das erste Kind zu studieren an, das zweite macht nächstes Jahr sein Abi und wir haben wieder neue Gartenmöbel bekommen.
 
Seit dieser Quilt fertig ist, fehlt mir regelrecht das Handquilten. Und dann fiel er mir wieder ein, mein Mystery Ufo:


 




Also ab in meinen Lieblingspatchworkladen, Vlies und Rückseitenstoff kaufen und den unangenehmsten Teil erledigen, das Heften:



 
 Die Dreiecke quilte ich nun im Nahtschatten und für die Quadrate mach ich mich auf der Nadelwelt auf die Suche nach einer schönen Schablone.
 
 
 

Und wenn er fertig ist, passt er auch zu den neuen Möbeln, oder was meint Ihr?
 
Liebe Grüße
 
Claudia 

Dienstag, 3. Mai 2016

Back to the roots, 2. Teil

Er ist fertig! Und ich freu mich total.
 
 
 
 
 
Jetzt können die lauen Sommerabende kommen. Wenn's mir zu kühl wird, mummel ich mich einfach in meinen neuen Quilt ein.
 
 
 

 

 
 
Die Decke ist mit der Maschine genäht und von Hand gequiltet.
 
 
 
 
Mit diesem Quilt bin ich wieder bei den Wurzeln meiner Näherei angekommen. Und es hat sooo gut getan.
 
 Er ist mir nicht von der Maschine gehüpft.
 
Ich habe in Summe ca. 9 Monate daran gearbeitet, in meiner Freizeit und natürlich nicht an einem Stück. Ich habe aber jeden einzelnen Entstehungsschritt genossen, vom Zuschneiden, übers Nähen der einzelnen Blöcke, immer wieder neu sortieren (Farbverlauf oder nicht), das Zusammennähen, das Heften des Sandwichs, und schließlich und endlich das Quilten von Hand. Allein das Quilten hat ungefähr 6 Monate gedauert.
 
Immer wieder lese ich im Netz, dass Nähwerke von der "Maschine hüpfen", oder die Formulierung "ich habe mal eben am Wochendende eine Patchworkdecke genäht". Das hört sich für mich nach einem reinen Produktionsprozess an.
 
Ich finde das ehrlich gesagt, schade. Schade vor allem für die NäherIn.
 
Ich habe auch mal solche "schnellen Quilts" hergestellt, aber ich muß ehrlich sagen, echte Freude habe ich an ihnen heute nicht mehr.
 
Für mich gehört zum Nähen die Freude am Entstehen, am Wachsen und Werden, die Vorfreude auf das fertige Werk. Natürlich bin ich zwischendurch auch ungeduldig und kann es kaum abwarten, bis es endlich fertig ist.
 
Aber das fühlt sich genauso an wie die fast vergessene kindliche Vorfreude auf das Weihnachtsfest oder den Geburtstag. Und diese Vorfreude war und ist doch immer beinahe das Schönste!?
 
In diesem Sinne: ich habe jeden einzelnen Stich genossen, freue mich, wie gesagt, total über das fertige Werk und bin fast traurig, dass dieser Spaß vorbei ist.
 
Ach übrigens, eigentlich sollte dieser Quilt dem Stoffresteabbau dienen. Diesen Zweck hat er aber nicht wirklich erfüllt ; )
 
Zu meinen farbigen Stoffresten sind nun noch weiße dazu gekommen.
 
Liebe Grüße
 
Claudia